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Kinder richtig versichern: 80 % Beihilfe plus PKV — oder doch GKV-Familienversicherung?

Nachwuchs unterwegs? Dann steht neben Namensfindung und Kinderzimmer eine Entscheidung an, die viele Beamtenfamilien unterschätzen: Wie wird das Kind krankenversichert? Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie die Eltern versichert sind.

Aktualisiert: Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit

Die gute Nachricht zuerst: Kinder von Beamten sind in der Krankenversicherung fast immer günstig und gut abzusichern — denn die Beihilfe übernimmt bei ihnen in der Regel 80 Prozent der Krankheitskosten. Die spannende Frage ist nur, ob die restlichen 20 Prozent in die PKV gehören oder ob die kostenlose GKV-Familienversicherung greift.

1. 80 % Beihilfe: Warum PKV-Kindertarife so günstig sind

Berücksichtigungsfähige Kinder von Beamten erhalten in den meisten Bundesländern und beim Bund einen Beihilfesatz von 80 % — den höchsten Satz im ganzen System. Die private Krankenversicherung muss also nur die verbleibenden 20 % abdecken. Entsprechend klein ist der Beitrag: Beihilfekonforme Kindertarife kosten typischerweise nur einen niedrigen zweistelligen Betrag im Monat — bei Leistungen, die deutlich über GKV-Niveau liegen können.

Gut zu wissen: Kinder zahlen in der PKV keine Alterungsrückstellungen auf — und eine Gesundheitsprüfung entfällt bei rechtzeitiger Nachversicherung ganz (dazu unten mehr).

2. Wann die GKV-Familienversicherung möglich ist — und wann nicht

Ist ein Elternteil gesetzlich versichert, klingt die kostenlose GKV-Familienversicherung verlockend. Sie hat aber eine wichtige Hürde, die genau auf Beamtenfamilien zielt:

  • Das Kind kann nicht kostenlos familienversichert werden, wenn der privat versicherte Elternteil (also z. B. Sie als Beamter) mehr verdient als der gesetzlich versicherte Elternteil und zugleich über der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) liegt.
  • In diesem Fall bleibt nur: das Kind freiwillig gesetzlich versichern (mit eigenem Beitrag) — oder eben privat mit 80 % Beihilfe, was dann meist die klar günstigere und leistungsstärkere Lösung ist.

Verdient dagegen der GKV-versicherte Elternteil mehr, oder liegt Ihr Einkommen unter der Grenze, ist die kostenlose Familienversicherung möglich — und je nach Situation eine völlig legitime Wahl. Weil hier Einkommen, Beihilferecht und Familienplanung ineinandergreifen, gehört diese Entscheidung in eine individuelle Beratung: Genau dafür gibt es den Beamten-Check.

3. Leistungen im Vergleich

  • PKV-Kindertarif (beihilfekonform): je nach Tarif Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer im Krankenhaus, hohe Erstattung bei Zahnspange und Zahnersatz, Heilpraktiker, schnellere Facharzttermine als Privatpatient.
  • GKV-Familienversicherung: kostenlos, unkompliziert, solide Grundversorgung — aber Sachleistungsprinzip, Budgetmedizin und bei Kieferorthopädie oft spürbare Eigenanteile.

Gerade bei Kindern zahlt sich der Privatstatus häufig aus: Kieferorthopädie, Sehhilfen und Krankenhausaufenthalte mit Elternbegleitung sind typische Punkte, an denen PKV-Kindertarife glänzen.

4. Kindernachversicherung: die 2-Monats-Frist

Der vielleicht wichtigste Praxistipp dieses Artikels: Melden Sie Ihr Neugeborenes innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt bei Ihrer PKV an. Dann gilt die sogenannte Kindernachversicherung: Der Versicherer muss das Kind ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge aufnehmen — üblicherweise vorausgesetzt, ein Elternteil ist dort seit mindestens drei Monaten versichert.

Frist verpasst? Dann wird aus der bedingungslosen Aufnahme ein normaler Antrag mit Gesundheitsprüfung. Bei einem Geburtsfehler oder einer frühen Erkrankung kann das den Unterschied zwischen problemloser Absicherung und Leistungsausschluss bedeuten. Diese Frist gehört auf jede Baby-Checkliste.

5. Nebeneffekt: Ihr eigener Beihilfesatz steigt

Ab dem zweiten berücksichtigungsfähigen Kind steigt Ihr eigener Beihilfesatz in den meisten Bundesländern von 50 auf 70 % — Ihr PKV-Restanteil sinkt entsprechend, und Ihr Tarif sollte darauf umgestellt werden (sonst zahlen Sie für Deckung, die Sie nicht mehr brauchen). Prüfen Sie Ihre Konstellation im Beihilferechner — Ausnahme ist unter anderem Baden-Württemberg für Neueinsteiger.

6. Fazit

Kurz gesagt: Für die meisten Beamtenfamilien ist der PKV-Kindertarif mit 80 % Beihilfe die stärkste Lösung — günstig, leistungsstark, ohne Gesundheitsprüfung bei rechtzeitiger Nachversicherung. Die GKV-Familienversicherung lohnt den Blick, wenn der gesetzlich versicherte Elternteil das höhere Einkommen hat. Und in jedem Fall gilt: Die 2-Monats-Frist nach der Geburt nicht verpassen.
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