DU-Risiko-Checker: Wie riskant ist Dein Beamtenberuf?
Dienstunfähigkeit trifft nicht alle Beamtenberufe gleich: Ein Polizist wird an einem anderen Maßstab gemessen als eine Verwaltungsbeamtin, eine Lehrerin trägt andere Risiken als ein Feuerwehrmann. Wähle Deinen Beruf — der Tacho zeigt Dir die Risiko-Einschätzung, typische Szenarien und was die Absicherung ungefähr kostet.
- 17 % aller rund 55.900 Neupensionierungen im öffentlichen Dienst (2024) erfolgten wegen Dienstunfähigkeit — im Durchschnitt mit nur 55,8 Jahren (Statistisches Bundesamt, Dez. 2025).
- Psychische Erkrankungen sind quer durch alle Laufbahnen die häufigste Ursache.
- Vollzugsberufe (Polizei, Feuerwehr, Justizvollzug) haben eigene, strengere Maßstäbe wie die Polizeidienstunfähigkeit (PDU) — ihr Risiko und ihre Beiträge liegen höher.
- Anwärter und Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit in der Regel entlassen — ohne Versorgung. Deshalb: Absicherung ab dem ersten Tag.
- Beitrags-Orientierung (Stand 2026): Büro-Laufbahnen als Anwärter ab ca. 25 €, Lehramt ab ca. 30 €, Vollzugsberufe ab ca. 60 € im Monat.
Wähle Deinen Beamtenberuf
Der Tacho ordnet Deine Berufsgruppe ein — von moderat bis sehr hoch.
So liest Du den Tacho
- Die Einschätzung beruht auf öffentlichen Statistiken zur Dienstunfähigkeit und auf den besonderen Dienstfähigkeits-Maßstäben einzelner Laufbahnen.
- Moderat heißt nicht sicher: 17 % aller Neupensionierungen erfolgen wegen Dienstunfähigkeit — das Grundrisiko trägt jede Laufbahn.
- Je höher die Einstufung, desto strenger der Maßstab des Dienstherrn — und desto wichtiger die passende Klausel im Vertrag.
Typische Szenarien
Drei realistische Wege in die Dienstunfähigkeit — keine Panikmache, sondern die Fälle, die Beratungspraxis und Statistik immer wieder zeigen.
Was kostet die Absicherung ungefähr?
Dienstunfähigkeit in Zahlen
Warum Vollzugsberufe ein eigenes Risiko tragen
Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug werden nicht an der allgemeinen Dienstfähigkeit gemessen, sondern an einem strengeren, berufsspezifischen Maßstab. Der fällt schneller — und genau dafür braucht der Vertrag die passende Klausel.
Polizeidienstunfähigkeit (PDU)
Polizeivollzugsbeamte müssen voll polizeidiensttauglich sein — für den Außendienst, nicht nur für irgendeinen Schreibtisch. Wer diese Tauglichkeit verliert, kann aus dem Vollzugsdienst ausscheiden, obwohl er allgemein noch arbeitsfähig wäre. Ein Tarif ohne PDU-Klausel prüft daran vorbei. Mehr dazu: Polizei-Ratgeber.
G 26.3: die Dauerprüfung der Feuerwehr
Die Atemschutztauglichkeit G 26.3 wird in der Regel alle 36 Monate geprüft, ab 50 alle 24. Fällt sie — etwa durch Herz-Kreislauf- oder Lungenbefunde — bist Du feuerwehrdienstunfähig, oft ohne im Sinne einer normalen BU berufsunfähig zu sein. Deshalb gehört die Feuerwehrdienstunfähigkeit ausdrücklich in den Vertrag.
Besondere Altersgrenze 60
Für den Vollzugsdienst von Polizei, Berufsfeuerwehr und Justizvollzug gilt die besondere Altersgrenze von 60 Jahren — der Gesetzgeber selbst geht davon aus, dass diese Berufe nicht bis 67 durchzuhalten sind. Ein deutlicheres Signal für das erhöhte Risiko gibt es kaum.
DU-Risiko nach Beamtenberuf
Die Einstufung aller zehn Berufsgruppen aus dem Checker — als redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlicher Statistiken und der jeweiligen Dienstfähigkeits-Maßstäbe.
| Berufsgruppe | Risiko-Einschätzung | Wesentliche Gründe |
|---|---|---|
| Polizei (Vollzugsdienst) | sehr hoch | Eigener Maßstab Polizeidienstunfähigkeit (PDU), Einsatz- und Schichtbelastung, besondere Altersgrenze 60 |
| Lehrkräfte & Referendare | hoch | Psychische Erkrankungen häufigste Ursache, DU oft rund ein Jahrzehnt vor der Altersgrenze |
| Berufsfeuerwehr | sehr hoch | G-26.3-Atemschutztauglichkeit als Dauerprüfung, höchste körperliche Anforderungen |
| Justizvollzug (JVA) | hoch | Gewaltrisiko und Daueranspannung im Vollzug, Wechselschicht |
| Bundeswehr (Soldaten) | hoch | Einsatz- und Ausbildungsrisiken, Zeitsoldaten ohne lebenslange Versorgung |
| Zoll (Vollzugsbereich) | erhöht | Kontrolleinsätze und Schichtdienst im Vollzugsbereich, Innendienst geringer belastet |
| Allgemeine Verwaltung | moderat | Bürotätigkeit — das Grundrisiko (Psyche, schwere Erkrankungen) bleibt |
| Finanzverwaltung | moderat | Bürotätigkeit, Arbeitsverdichtung als wichtigster Treiber |
| Justiz & Rechtspflege | moderat | Überwiegend Schreibtisch, Verfahrenslast als wichtigster psychischer Faktor |
| Technischer Dienst | erhöht | Außendienst- und Baustellentermine zusätzlich zur Bürotätigkeit |
DU-Risiko: Fragen und Antworten
Wie viele Beamte werden wirklich dienstunfähig?
Was passiert, wenn ich als Anwärter oder auf Probe dienstunfähig werde?
Warum ist die Absicherung für Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug teurer?
Was kostet eine Dienstunfähigkeitsversicherung?
Worauf muss ich beim Tarif achten — was ist die echte DU-Klausel?
Sagt mir der Risiko-Tacho, ob ich dienstunfähig werde?
Kenne Dein Risiko — und sichere es ab.
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