Besoldung im Vorbereitungsdienst

Anwärterbezüge 2026 — Bund und alle 16 Bundesländer

Was Du im Vorbereitungsdienst verdienst, hängt davon ab, wer Dein Dienstherr ist. Hier findest Du die Anwärtergrundbeträge für den Bund und jedes Bundesland, mit der amtlichen Quelle je Land — und was am Ende wirklich auf Deinem Konto landet.

Netto berechnen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Anwärterbezüge bestehen aus dem Anwärtergrundbetrag und — je nach Laufbahn — einem Anwärtersonderzuschlag, dazu Familienzuschlag und vermögenswirksame Leistungen.
  • Im mittleren Dienst reicht die Spanne 2026 von 1.436,38 € (Hessen) bis 1.588,41 € (Sachsen) — 152,03 € Unterschied im Monat, rund 1.824 € im Jahr.
  • Beim Bund liegt der Anwärtergrundbetrag im mittleren Dienst bei 1.560,06 €, im höheren Dienst bei 2.778,48 € — der Bund zahlt im höheren Dienst deutlich mehr als jedes Land.
  • Als Anwärter zahlst Du keine Sozialabgaben. Vom Brutto gehen im Wesentlichen Lohnsteuer und der PKV-Anwärterbeitrag (ab ca. 80 € im Monat) ab.
  • Gültig ab 1. April 2026 (Bayern ab 1. Oktober 2026), Bund ab 1. Mai 2026. Stand: 31.07.2026.
Vergleich

Anwärtergrundbeträge 2026 im Überblick

Die Tabelle zeigt die vier Stufen, die sich zwischen den Dienstherren vergleichen lassen. Einzelne Länder haben zusätzliche Stufen (etwa für den einfachen Dienst oder das Rechtsreferendariat) — die stehen auf der jeweiligen Länderseite.

Anwärtergrundbeträge 2026 — Monatsbeträge in Euro. Länder gültig ab 1. April 2026 (Bayern ab 1. Oktober 2026), Bund ab 1. Mai 2026.
DienstherrMittlerer DienstGehobener DienstA 12 (z. B. Lehramt)Höherer Dienst
Bund1.560,06 €1.846,85 €2.778,48 €
Baden-Württemberg1.552,89 €1.608,78 €1.753,53 €1.822,62 €
Bayern1.569,93 €1.623,85 €1.763,44 €1.795,21 €
Berlin1.527,66 €1.587,45 €1.742,25 €1.777,47 €
Brandenburg1.578,37 €1.631,43 €1.768,84 €1.800,10 €
Bremen1.517,11 €1.573,45 €1.719,25 €1.752,41 €
Hamburg1.556,18 €1.612,33 €1.757,76 €1.790,83 €
Hessen1.436,38 €1.504,16 €1.679,64 €1.719,59 €
Mecklenburg-Vorpommern1.538,54 €1.594,62 €1.739,79 €1.772,80 €
Niedersachsen1.469,04 €1.529,74 €1.686,91 €1.722,66 €
Nordrhein-Westfalen1.559,78 €1.615,68 €1.760,37 €1.793,28 €
Rheinland-Pfalz1.571,65 €1.627,85 €1.773,55 €1.806,71 €
Saarland1.483,52 €1.537,21 €1.676,20 €1.707,82 €
Sachsen1.588,41 €1.643,69 €1.786,79 €1.855,10 €
Sachsen-Anhalt1.518,94 €1.572,82 €1.712,28 €1.744,00 €
Schleswig-Holstein1.467,18 €1.544,56 €1.712,84 €1.746,53 €
Thüringen1.552,02 €1.612,32 €1.768,40 €1.803,92 €

So liest Du die Tabelle: Der Anwärtergrundbetrag richtet sich nach dem Eingangsamt der Laufbahn, in die Du nach dem Vorbereitungsdienst übernommen wirst — nicht nach Deiner späteren Besoldungsgruppe. Wer also Lehramt an Grundschulen mit Eingangsamt A 12 studiert, bekommt den A-12-Wert. Die Amtsbezeichnungen unterscheiden sich zwischen den Ländern; maßgeblich ist die Besoldungstabelle Deines Dienstherrn.

Zusammensetzung

Woraus die Anwärterbezüge bestehen

Anwärtergrundbetrag

Der feste Sockel aus der Besoldungstabelle. Er hängt allein vom Eingangsamt Deiner Laufbahn ab — nicht vom Alter, nicht von der Note, nicht von der Dauer des Vorbereitungsdienstes.

Anwärtersonderzuschlag

Kann gezahlt werden, wenn in einer Laufbahn erheblicher Bewerbermangel herrscht — etwa in Lehramts-Mangelfächern, im Polizeivollzug oder in der IT. Meist ein Prozentsatz des Grundbetrags, teils bis zu 70 %.

Familienzuschlag

Für Verheiratete und für jedes berücksichtigungsfähige Kind. Die Beträge sind Landesrecht und unterscheiden sich deutlich — in Niedersachsen etwa 162,26 € bzw. 170,36 € in Stufe 1.

Vermögenswirksame Leistungen

Ein kleiner monatlicher Zuschuss, den viele Dienstherren zahlen, wenn Du einen entsprechenden Vertrag nachweist. Er wird nicht automatisch gezahlt — Du musst ihn beantragen.

Vom Brutto zum Netto

Was von den Anwärterbezügen abgeht

Keine Sozialabgaben — das ist der große Unterschied

Angestellte zahlen rund 20 % ihres Bruttos in die Sozialversicherung. Als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter zahlst Du nichts in die Renten-, Arbeitslosen- und gesetzliche Krankenversicherung. Deshalb bleibt von einem Anwärtergrundbetrag von rund 1.500 € spürbar mehr übrig als von einem gleich hohen Angestelltengehalt.

Abgezogen werden im Wesentlichen zwei Posten: die Lohnsteuer und Dein Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Je nach Bundesland und Tarif kann ein kleiner Pflegeversicherungsbeitrag dazukommen.

Wie viel am Ende übrig bleibt, rechnest Du am besten selbst durch — der Rechner kennt jetzt alle 17 Dienstherren.

Zum Anwärterbezüge-Rechner

Der PKV-Anwärtertarif

Weil Du Beihilfe bekommst, musst Du nur den Rest privat absichern. Genau dafür gibt es Anwärtertarife: besonders günstige Einstiegstarife, die es ab etwa 80 € im Monat gibt.

Wichtig ist dabei nicht der Startbeitrag, sondern was der Tarif später kann — vor allem das Optionsrecht auf den Volltarif ohne neue Gesundheitsprüfung. Was der Beitrag nach dem Vorbereitungsdienst macht, steht unter PKV-Beitrag nach dem Referendariat.

PKV für Anwärter
Hintergrund

Warum jedes Land anders zahlt

Bis 2006 galt für alle Beamten in Deutschland dasselbe Besoldungsrecht. Mit der Föderalismusreform ging die Zuständigkeit für die Besoldung der Landes- und Kommunalbeamten auf die Länder über. Seitdem verhandelt jedes Land seine Besoldungsrunden selbst — mit eigenen Erhöhungsschritten, eigenen Stichtagen und eigenen Sonderregeln.

Praktisch heißt das: Wer in Sachsen in den mittleren Dienst startet, bekommt 2026 monatlich 152,03 € mehr als in Hessen. Über die typischen zwei Jahre Vorbereitungsdienst summiert sich das auf rund 3.648 €. Wechselst Du später das Bundesland, ändert sich nicht nur die Besoldung, sondern auch Dein Beihilferecht — was dabei zu beachten ist, steht im Ratgeber Bundeslandwechsel.

Ob Deine Bezüge überhaupt verfassungskonform sind, ist eine eigene Frage: Das Bundesverfassungsgericht hat 2025 den Prüfungsmaßstab verschärft. Mehr dazu unter amtsangemessene Alimentation.

Alle Bundesländer

Anwärterbezüge in Deinem Bundesland

Jede Länderseite zeigt alle Stufen des Landes, die zuständige Bezügestelle, die amtliche Rechtsgrundlage als verlinkte Primärquelle — und wie Beihilfe und PKV dort zusammenspielen.

Häufige Fragen

Anwärterbezüge — häufige Fragen

Wie hoch sind die Anwärterbezüge 2026?
Das hängt vom Dienstherrn und von der Laufbahn ab. Im mittleren Dienst liegt der Anwärtergrundbetrag 2026 zwischen 1.436,38 € (Hessen) und 1.588,41 € (Sachsen), beim Bund bei 1.560,06 €. Im gehobenen Dienst reicht die Spanne von 1.504,16 € (Hessen) bis 1.643,69 € (Sachsen). Dazu können Familienzuschlag, Anwärtersonderzuschlag und vermögenswirksame Leistungen kommen.
Warum unterscheiden sich die Anwärterbezüge je Bundesland?
Seit der Föderalismusreform 2006 regelt jedes Bundesland die Besoldung seiner eigenen Beamten selbst. Bund und Länder beschließen ihre Besoldungsrunden unabhängig voneinander, deshalb laufen die Beträge auseinander. Im mittleren Dienst liegen zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Land 2026 rund 152 € im Monat — etwa 1.824 € im Jahr.
Ab wann gelten die Werte für 2026?
Für die Länder gelten die Tabellenwerte ab dem 1. April 2026, in Bayern abweichend ab dem 1. Oktober 2026. Für Bundesbeamte gelten sie ab dem 1. Mai 2026. Maßgeblich ist immer die aktuelle Besoldungstabelle Deines Dienstherrn — wir verlinken sie auf jeder Länderseite.
Was ist ein Anwärtersonderzuschlag?
Ein Zuschlag, den Dein Dienstherr zahlen kann, wenn in einer Laufbahn erheblicher Mangel an Bewerbern besteht — etwa in bestimmten Lehramts-Mangelfächern, im Polizeivollzug oder in der IT. Er wird auf den Anwärtergrundbetrag aufgeschlagen und ist meist als Prozentsatz davon festgelegt. Ob es ihn für Deine Laufbahn gibt, steht in der Besoldungsvorschrift Deines Landes.
Zahle ich von den Anwärterbezügen Sozialabgaben?
Nein. Als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter zahlst Du keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung. Vom Brutto gehen im Wesentlichen Lohnsteuer und Dein Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab. Deshalb bleibt vom Anwärtergrundbetrag vergleichsweise viel übrig.
Wie viel Netto bleibt von den Anwärterbezügen übrig?
Das hängt von Steuerklasse, Familienstand und PKV-Beitrag ab. Ein Anwärtertarif in der privaten Krankenversicherung kostet ab etwa 80 € im Monat. Mit unserem Anwärterbezüge-Rechner bekommst Du eine Größenordnung für Deinen Dienstherrn — die verbindliche Zahl nennt Dir Deine Bezügestelle.

Du weißt jetzt, was reinkommt. Lass uns klären, was Du davon absichern musst.

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