Als Beamter bist Du pflegeversicherungspflichtig — in der Regel über die private Pflegepflichtversicherung (PVB), die Deine PKV ergänzt. Die gute Nachricht: Dank Beihilfe gehört sie zu den günstigsten Pflichtbausteinen Deiner Absicherung. Die weniger gute: Im Ernstfall deckt sie nur einen Teil der echten Kosten. Hier liest Du, was sie kostet, was sie leistet — und was im Ruhestand gilt.
Seit 1995 gilt: Wer krankenversichert ist, muss auch pflegeversichert sein. Wie das für Dich aussieht, hängt allein davon ab, welchen Weg Du in der Krankenversicherung gehst.
Der Normalfall: Mit der beihilfekonformen privaten Krankenversicherung schließt Du automatisch die private Pflegepflichtversicherung ab — beim selben Versicherer, im selben Antrag. Im Pflegefall zahlt die Beihilfe ihren Anteil, die PVB den Rest.
Wählst Du in einem der zehn Länder die pauschale Beihilfe, bleibst Du in der sozialen Pflegeversicherung. Als Beihilfeberechtigter zahlst Du dort den halben Beitragssatz (1,8 %) Deiner Bezüge — einen Zuschuss des Dienstherrn zur Pflege gibt es aber nicht, und Kinderlose zahlen 0,6 % obendrauf.
Die freie Heilfürsorge von Polizei, Feuerwehr oder Bundeswehr deckt Krankheit ab — nicht die Pflege. Die PVB musst Du eigenständig abschließen und selbst bezahlen. Wer das versäumt, steht im Pflegefall ohne Schutz da und riskiert Beitragsnachforderungen.
Die PVB ist der Baustein, bei dem Beamte am deutlichsten vom Beihilfesystem profitieren — mit einem gesetzlichen Beitragsdeckel als Sicherheitsnetz.
Im Pflegefall trägt die Beihilfe denselben Anteil wie bei Krankheitskosten — bei 50 % Beihilfesatz also die Hälfte. Die PVB muss deshalb nur den verbleibenden Teil absichern, und genau das macht sie so günstig: Für junge Beamte liegt der Beitrag oft im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat. Deinen persönlichen Beihilfesatz zeigt Dir der Beihilferechner.
In der sozialen Pflegeversicherung zahlst Du als Beamter zwar den halben Beitragssatz — aber prozentual vom Einkommen, ein Leben lang und ohne Deckel unterhalb der Bemessungsgrenze:
| Bezüge (Beispiel) | Soziale PV (1,8 %) | mit Kinderlosen-Zuschlag |
|---|---|---|
| 2.000 € (Anwärter) | 36 € | 48 € |
| 3.500 € | 63 € | 84 € |
| 4.800 € | 86 € | 115 € |
Schon ab mittleren Besoldungsgruppen liegt der GKV-Pflegebeitrag über dem, was eine PVB typischerweise kostet — einer von mehreren Bausteinen der Gesamtrechnung im GKV-PKV-Vergleich.
Bei den Leistungen bist Du gesetzlich Versicherten gleichgestellt: Die PVB folgt den Pflegegraden und Beträgen der sozialen Pflegeversicherung — Beihilfe und PVB teilen sich die Summen nach Deinem Beihilfesatz.
| Pflegegrad | Pflegegeld (Angehörige) | Pflegesachleistung (Dienst) | vollstationär |
|---|---|---|---|
| 1 | nur Entlastungsbetrag 131 €/Monat und Zuschüsse (z. B. Wohnumfeld) | ||
| 2 | 347 € | 796 € | 805 € |
| 3 | 599 € | 1.497 € | 1.319 € |
| 4 | 800 € | 1.859 € | 1.855 € |
| 5 | 990 € | 2.299 € | 2.096 € |
Monatsbeträge, Stand August 2026 — unverändert seit dem 01.01.2025; die nächste gesetzliche Anpassung ist für den 01.01.2028 vorgesehen. Maßgeblich ist das SGB XI in der jeweils geltenden Fassung.
Die Pflegeversicherung war nie als Vollkasko gedacht — weder die soziale noch die private. Die Differenz zwischen Leistung und echten Kosten zahlst Du selbst.
Wer das verbleibende Risiko nicht aus Vermögen oder Familie tragen will, sichert es mit einer privaten Pflegezusatzversicherung ab — meist als Pflegetagegeld. Für junge Beamte sind die Beiträge klein; im Ruhestand ist der Einstieg wegen Gesundheitsprüfung und Eintrittsalter dagegen teuer bis unmöglich. Kein Pflichtbaustein zum Berufsstart — aber ein Thema, das in jede vollständige Beratung gehört.
Im Beamten-Check besprechen →Mit der Pensionierung ändert sich Deine Pflegeabsicherung — meist zum Guten. Vier Dinge solltest Du wissen:
Deine private Pflegepflichtversicherung endet nicht mit dem aktiven Dienst — sie bleibt bestehen und wird mit steigendem Alter wichtiger. Kündigen wäre der teuerste Fehler: Die Versicherungspflicht bleibt, und ein Neuabschluss im Alter kostet ein Vielfaches.
Als Versorgungsempfänger steigt Dein Beihilfesatz in der Regel auf 70 % — die PVB muss nur noch 30 % absichern. Melde die Umstellung Deinem Versicherer, damit Tarif und Beitrag an den neuen Beihilfesatz angepasst werden.
Beihilfe zur Pflege bei Deiner Beihilfestelle, PVB-Leistung bei Deinem Versicherer — die Begutachtung (Medicproof) läuft nach denselben Maßstäben wie in der sozialen Pflegeversicherung. Angehörige sollten wissen, wo beide Verträge liegen.
Pensionäre mit Beihilfeanspruch, die freiwillig gesetzlich versichert sind, zahlen in der sozialen Pflegeversicherung den halben Beitragssatz (1,8 %) auf ihre Versorgungsbezüge — die Beihilfe leistet im Pflegefall anteilig dazu.
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