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Ratgeber Krankenversicherung

Selbstbehalt in der PKV für Beamte: Wann er sich rechnet und wann nicht

Ein Selbstbehalt senkt den Monatsbeitrag, das ist das Verkaufsargument. Für Beamte hat er aber eine Eigenheit, die fast nie erklärt wird: Er wirkt nur auf Deinen PKV-Anteil. Bei 50 % Beihilfe brauchst Du deshalb doppelt so viele Rechnungen, bis die Versicherung überhaupt zahlt. Dazu kommt ein steuerlicher Nachteil, den viele übersehen. Hier steht, wie das zusammenspielt und wo Dein persönlicher Break-even liegt.

× 2So viel Rechnungsvolumen brauchst Du bei 50 % Beihilfe, bis ein Selbstbehalt aufgebraucht ist. Bei 70 % Beihilfe sogar das Dreifache.
2.500 €Gesetzliche Obergrenze bei 50 % Beihilfe: 5.000 € insgesamt, davon nur der nicht gedeckte Anteil (§ 193 Abs. 3 VVG).
0 €absetzbar. Ein Selbstbehalt ist kein Beitrag und damit keine Sonderausgabe (BFH, X R 43/14).
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Beamten-Eigenheit: Der Selbstbehalt gilt auf den PKV-Anteil, nicht auf die Gesamtrechnung. 600 € Selbstbehalt bei 50 % Beihilfe entsprechen rund 1.200 € Rechnungen im Jahr, bei 70 % Beihilfe rund 2.000 €.
  • Gesetzlich gedeckelt: Höchstens 5.000 € im Kalenderjahr, für Beihilfeberechtigte nur der nicht gedeckte Anteil davon (§ 193 Abs. 3 VVG). Im Basistarif gibt es feste Stufen (§ 152 VAG).
  • Steuerlich nachteilig: Der Selbstbehalt selbst ist keine Sonderausgabe (BFH, X R 43/14). Der niedrigere Beitrag senkt zugleich Deinen Sonderausgabenabzug. Von 600 € Ersparnis bleiben bei 35 % Grenzsteuersatz 390 €.
  • Einbahnstraße: Erhöhen geht ohne Gesundheitsprüfung, senken nicht. Für die Mehrleistung darf der Versicherer Zuschlag, Ausschluss oder Wartezeit verlangen (§ 204 Abs. 1 VVG).
  • Nicht zu verwechseln mit den Eigenbehalten der Beihilfe (§ 49 BBhV) und deren Belastungsgrenze von 2 % der Einnahmen (§ 50 BBhV). Beides trifft Dich zusätzlich.
  • Faustregel: Erst rechnen, dann entscheiden. Der Nachlass nach Steuern muss spürbar über Deinem typischen Eigenanteil liegen, und zwar auch in einem schlechteren Jahr.
Die Beamten-Eigenheit

Warum 600 Euro Selbstbehalt 1.200 Euro Rechnungen bedeuten

Die Beihilfe zahlt ihren Satz immer, ganz gleich was Deine Versicherung erstattet. Der Selbstbehalt zehrt deshalb nur an der anderen Hälfte. Drei Jahre im Vergleich, alle mit 600 € Selbstbehalt und 50 % Beihilfe.

Kleines Jahr: 600 € RechnungenBeihilfe 50 %, Selbstbehalt 600 €
300 €300 €
Die Beihilfe zahlt 300 €. Die restlichen 300 € fallen komplett in den Selbstbehalt, Deine PKV zahlt nichts. Verbraucht sind erst 300 € des Selbstbehalts.
Normales Jahr: 1.200 € RechnungenBeihilfe 50 %, Selbstbehalt 600 €
600 €600 €
Jetzt ist der Selbstbehalt genau aufgebraucht, und die PKV hat immer noch keinen Cent gezahlt. Das ist die Faustregel: Selbstbehalt mal zwei ergibt das Rechnungsvolumen bei 50 % Beihilfe.
Großes Jahr: 2.400 € RechnungenBeihilfe 50 %, Selbstbehalt 600 €
1.200 €600 €PKV 600 €
Erst jetzt springt die Versicherung ein und zahlt 600 €. Dein Eigenanteil bleibt bei 600 €, mehr kann der Selbstbehalt im Jahr nicht kosten.
Beihilfe zahlt Dein Selbstbehalt PKV zahlt
Bei 70 % Beihilfe wird es noch deutlicher: Dann trägt Deine PKV nur 30 % der Rechnung. Ein Selbstbehalt von 600 € entspricht dann rund 2.000 € Rechnungen im Jahr. Genau deshalb hat der Gesetzgeber die Obergrenze für Beihilfeberechtigte anteilig gefasst: Die 5.000 € aus § 193 Abs. 3 VVG gelten nur zu dem Prozentsatz, den die Beihilfe nicht deckt.
Nicht verwechseln

Drei Arten von Eigenbeteiligung, drei verschiedene Absender

Beamte begegnen drei Begriffen, die ähnlich klingen und völlig getrennt funktionieren. Sie addieren sich, und nur einer davon ist verhandelbar.

Deine Versicherung

Selbstbehalt

Vereinbart im Tarif: Die PKV zahlt erst oberhalb dieses Betrags im Kalenderjahr. Dafür sinkt der Beitrag. Gilt auf Deinen PKV-Anteil, also nach Abzug der Beihilfe. Gesetzlich gedeckelt, sonst frei gestaltbar.

Freiwillig, beim Abschluss gewählt
Dein Dienstherr

Eigenbehalt

Abzug der Beihilfe bei bestimmten Leistungen: 10 % der Kosten, mindestens 5 € und höchstens 10 € bei Arznei- und Hilfsmitteln, Fahrten und Haushaltshilfe. Dazu 10 € je Krankenhaustag für höchstens 28 Tage im Jahr (§ 49 BBhV).

Gesetzlich, nicht wählbar
Deine Schutzgrenze

Belastungsgrenze

Für die Eigenbehalte gibt es eine Obergrenze: 2 % Deiner jährlichen Einnahmen, für chronisch Kranke 1 % (§ 50 BBhV). Die Einnahmen mindern sich um 15 % bei Ehe oder Lebenspartnerschaft und je Kind um den Freibetrag. Auf Antrag, bis Ende des Folgejahres.

Schützt nur vor Eigenbehalten
Wichtig: Die Belastungsgrenze des § 50 BBhV schützt Dich nicht vor dem Selbstbehalt Deiner Versicherung. Für den gibt es keine soziale Obergrenze außer der gesetzlichen Deckelung. Wer einen hohen Selbstbehalt wählt und ein teures Jahr erwischt, trägt ihn in voller Höhe. Den Antrag auf die Belastungsgrenze musst Du zudem selbst stellen, sie wird nicht automatisch angewendet.
Rechner

Lohnt sich Dein Selbstbehalt?

Der Rechner stellt den Beitragsnachlass nach Steuern Deinem tatsächlichen Eigenanteil gegenüber und nennt Dir den Break-even: bis zu welcher Rechnungssumme im Jahr sich der Selbstbehalt trägt.

Deine Zahlen

600 €
Differenz der Jahresbeiträge mit und ohne Selbstbehalt. Beim Angebot nachfragen, nicht schätzen.
600 €
Gilt auf Deinen PKV-Anteil. Gesetzliche Obergrenze bei 50 % Beihilfe: 2.500 €.
1.500 €
Die volle Rechnungssumme vor Beihilfe. Rechne mit einem durchschnittlichen Jahr, nicht mit Deinem besten.
Der Nachlass senkt Deine Sonderausgaben. Deshalb kommt weniger bei Dir an, als der Beitragsvergleich verspricht.
Ergebnis für dieses Jahr
−210 €
Der Selbstbehalt kostet Dich mehr, als er einspart. Break-even: bis 780 € Rechnungen im Jahr.
Beitragsnachlass600 €
Steuernachteil (weniger Sonderausgaben)−210 €
Nachlass netto390 €
Dein selbst getragener Anteil−600 €
Nachlass netto390 €
Eigenanteil600 €
Tarif mit und ohne Selbstbehalt rechnen lassen
Vereinfachte Rechnung: Eigenanteil = Rechnungen mal PKV-Anteil, gedeckelt auf den Selbstbehalt. Der Steuernachteil wird auf den Beitragsnachlass angewandt, weil ein niedrigerer Beitrag den Sonderausgabenabzug mindert. Selbst getragene Kosten bleiben unberücksichtigt, weil sie nach BFH X R 43/14 keine Sonderausgaben sind und die zumutbare Belastung nach § 33 EStG in der Regel nicht überschritten wird. Eigenbehalte der Beihilfe sind nicht enthalten. Keine Steuerberatung.
Der Steuerhaken

Warum der Nachlass weniger wert ist, als er aussieht

Deine PKV-Beiträge für die Basisabsicherung sind in voller Höhe als Sonderausgaben abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Ein Selbstbehalt senkt den Beitrag, senkt damit aber auch den Abzug. Von 600 € Nachlass bleiben bei 35 % Grenzsteuersatz nur 390 € übrig.

Auf der anderen Seite steht kein Ausgleich. Der Bundesfinanzhof hat 2016 klargestellt: Ein vereinbarter Selbstbehalt ist kein Beitrag zu einer Krankenversicherung und damit keine Sonderausgabe (Urteil vom 1. Juni 2016, X R 43/14). Die selbst gezahlten Rechnungen kommen nur als außergewöhnliche Belastung in Betracht, und zwar erst oberhalb der zumutbaren Belastung.

Zumutbare Belastung (§ 33 Abs. 3 EStG)bis 15.340 €15.340 bis 51.130 €über 51.130 €
Ledig5 %6 %7 %
Zusammenveranlagt4 %5 %6 %
Mit einem oder zwei Kindern2 %3 %4 %
Mit drei oder mehr Kindern1 %1 %2 %

Prozentsätze vom Gesamtbetrag der Einkünfte, und zwar stufenweise: Der höhere Satz gilt nur für den Teil oberhalb der jeweiligen Grenze (BFH, Urteil vom 19. Januar 2017, VI R 75/14). Ein lediger Beamter mit 60.000 € Einkünften kommt so auf rund 3.500 € zumutbare Belastung im Jahr. Ein Selbstbehalt von 600 € bleibt weit darunter und wirkt steuerlich gar nicht.

Selbstbehalt und Beitragsrückerstattung zusammen: Wer zusätzlich auf Erstattungen verzichtet, um eine Beitragsrückerstattung zu bekommen, darf diese Kosten nicht von den erstatteten Beiträgen abziehen. Das hat der Bundesfinanzhof 2017 entschieden (Urteil vom 29. November 2017, X R 3/16). Beide Instrumente zusammen erhöhen die Eigenbelastung deutlich, ohne dass die Steuer das abfedert.
Was stattdessen wirkt: Die Beiträge selbst. Wer keinen Selbstbehalt wählt, zahlt mehr Beitrag, kann aber alles absetzen. Wie der Sonderausgabenabzug für Beamte genau funktioniert, steht auf der Seite PKV-Beiträge von der Steuer absetzen.
Ein Fall, in dem es passt: Wer den Selbstbehalt jedes Jahr sicher aus der Rücklage zahlen kann und ihn als bewusste Kostenbeteiligung versteht, nicht als Wette auf Gesundheit, fährt damit ruhig. Entscheidend ist, dass der Nachlass echt ist und nicht nur zweistellig im Jahr.
Später ändern

Rauf geht immer, runter fast nie

Der Selbstbehalt ist keine Entscheidung auf Probe. Das liegt an der Systematik des Tarifwechsels nach § 204 Abs. 1 VVG.

Selbstbehalt erhöhen

Das ist eine Minderleistung. Der Versicherer bekommt weniger Risiko und darf dafür keine Gesundheitsprüfung verlangen. Deine Alterungsrückstellungen wandern vollständig mit. Praktisch immer möglich.

Selbstbehalt senken

Das ist eine Mehrleistung. Dafür darf der Versicherer nach § 204 Abs. 1 VVG einen Risikozuschlag, einen Leistungsausschluss oder eine Wartezeit verlangen. Abwenden kannst Du das nur, indem Du auf die Mehrleistung verzichtest, was den Zweck aufhebt.

Daraus folgt für die Lebensplanung: Wer mit Mitte zwanzig einen hohen Selbstbehalt wählt, um beim Einstieg zu sparen, sitzt damit fest, wenn später eine Familie, eine Diagnose oder ein teures Jahr kommt. Bei Kindern zählt jeder Arztbesuch, und Kinder haben einen eigenen Tarif mit eigenem Selbstbehalt. Plane den Selbstbehalt deshalb für den Zustand, in dem Du in zehn Jahren sein wirst, nicht für heute. Mehr zum Wechseln: Tarifwechsel nach § 204 VVG.
Typische Fehler

Sechs Fehler beim Selbstbehalt

Den Selbstbehalt auf die Gesamtrechnung beziehen

Er gilt auf Deinen PKV-Anteil. Bei 50 % Beihilfe brauchst Du doppelt so viele Rechnungen, bis die Versicherung zahlt, bei 70 % das Dreifache.

Mit dem Bruttonachlass rechnen

Der niedrigere Beitrag senkt den Sonderausgabenabzug. Bei 35 % Grenzsteuersatz kommt nur knapp zwei Drittel des Nachlasses bei Dir an.

Auf den Steuerabzug der Eigenkosten hoffen

Der Selbstbehalt ist keine Sonderausgabe, und die zumutbare Belastung erreichen die wenigsten. Steuerlich passiert meist gar nichts.

Ein gutes Jahr als Maßstab nehmen

Ein Jahr ohne Arzt sagt nichts über das nächste. Rechne mit einem Durchschnittsjahr und prüfe, ob Du ein teures Jahr aushältst.

Selbstbehalt und Eigenbehalte verwechseln

Die Abzüge der Beihilfe nach § 49 BBhV kommen obendrauf. Nur für sie gilt die Belastungsgrenze von 2 % der Einnahmen, und nur auf Antrag.

Den Weg zurück einplanen

Senken geht nur mit Gesundheitsprüfung. Wer den Selbstbehalt als vorübergehende Sparmaßnahme versteht, plant mit einer Tür, die verschlossen ist.

Häufige Fragen

Selbstbehalt kurz beantwortet

Wie wirkt der Selbstbehalt, wenn ich Beihilfe bekomme?
Er wirkt nur auf Deinen Anteil, nicht auf die ganze Rechnung. Die Beihilfe zahlt ihren Satz ganz gleich, was Deine Versicherung erstattet. Bei 50 % Beihilfe und 600 € Selbstbehalt brauchst Du also rund 1.200 € Rechnungen im Jahr, bis der Selbstbehalt aufgebraucht ist und die PKV überhaupt zu zahlen beginnt. Bei 70 % Beihilfe sind es sogar rund 2.000 €. Der Selbstbehalt reicht für Beamte damit viel weiter als für Angestellte, im Guten wie im Schlechten.
Wie hoch darf der Selbstbehalt überhaupt sein?
Das Gesetz deckelt ihn. Nach § 193 Abs. 3 VVG dürfen absolute und prozentuale Selbstbehalte zusammen höchstens 5.000 € im Kalenderjahr ausmachen. Für Beihilfeberechtigte gilt davon nur der Anteil, den die Beihilfe nicht deckt: bei 50 % Beihilfe also höchstens 2.500 €, bei 70 % höchstens 1.500 €. Der Gesetzgeber rechnet also selbst damit, dass der Selbstbehalt sich auf den kleineren PKV-Anteil bezieht.
Kann ich den Selbstbehalt später wieder loswerden?
Erhöhen geht fast immer problemlos, senken selten. Ein höherer Selbstbehalt ist eine Minderleistung, dafür darf der Versicherer keine Gesundheitsprüfung verlangen. Ein niedrigerer Selbstbehalt ist eine Mehrleistung: Dafür darf er nach § 204 Abs. 1 VVG einen Risikozuschlag, einen Leistungsausschluss oder eine Wartezeit verlangen. Wer also mit Selbstbehalt startet und später Familie plant, kommt nicht ohne Weiteres zurück. Plane den Selbstbehalt deshalb nicht als Sparmaßnahme auf Zeit.
Kann ich den Selbstbehalt von der Steuer absetzen?
Nein. Der Bundesfinanzhof hat 2016 entschieden, dass ein vereinbarter und selbst getragener Selbstbehalt kein Beitrag zu einer Krankenversicherung ist (Urteil vom 1. Juni 2016, X R 43/14). Er zählt damit nicht zu den Sonderausgaben. Die selbst gezahlten Arztrechnungen sind nur als außergewöhnliche Belastung abziehbar, und zwar erst oberhalb der zumutbaren Belastung nach § 33 Abs. 3 EStG. Die liegt je nach Einkünften, Familienstand und Kinderzahl bei 1 bis 7 % des Gesamtbetrags der Einkünfte. Die meisten Selbstbehalte bleiben darunter und wirken steuerlich gar nicht.
Und der Beitragsnachlass? Wirkt der steuerlich?
Ja, aber gegen Dich. Ein niedrigerer Beitrag bedeutet weniger Sonderausgaben und damit eine höhere Steuer. Bei 35 % Grenzsteuersatz bleiben von 600 € Beitragsersparnis nur 390 € netto übrig. Die selbst getragenen Kosten gleichen das nicht aus, weil sie nicht abziehbar sind. Diesen Effekt rechnet der Rechner auf dieser Seite ein. Er ist der Hauptgrund, warum sich Selbstbehalte seltener lohnen, als die Beitragstabelle vermuten lässt.
Was ist der Unterschied zwischen Selbstbehalt und Eigenbehalt?
Der Selbstbehalt ist eine Vereinbarung mit Deiner Versicherung: Sie zahlt erst oberhalb dieses Betrags. Der Eigenbehalt ist ein Abzug Deines Dienstherrn bei der Beihilfe, zum Beispiel 10 % der Kosten von Arzneimitteln, mindestens 5 € und höchstens 10 €, oder 10 € je Krankenhaustag für höchstens 28 Tage (§ 49 BBhV). Beide treffen Dich unabhängig voneinander und addieren sich. Für die Eigenbehalte gibt es immerhin eine Belastungsgrenze von 2 % Deiner jährlichen Einnahmen, für chronisch Kranke 1 % (§ 50 BBhV). Für den Selbstbehalt gibt es keine solche Grenze.
Selbstbehalt oder Beitragsrückerstattung: Was ist besser?
Die Beitragsrückerstattung ist flexibler. Beim Selbstbehalt trägst Du Kosten zwangsläufig ab dem ersten Euro, Jahr für Jahr, ohne Wahl. Bei der Rückerstattung entscheidest Du jedes Jahr neu, ob Du einreichst. Steuerlich ist die Kombination sogar doppelt ungünstig: Wer auf die Erstattung verzichtet, um die Rückerstattung zu bekommen, darf diese Kosten nicht von den erstatteten Beiträgen abziehen (BFH, Urteil vom 29. November 2017, X R 3/16). Mehr dazu auf unserer Seite zur Beitragsrückerstattung.
Für wen lohnt sich ein Selbstbehalt trotzdem?
Für Beamte mit stabiler Gesundheit, ohne laufende Behandlungen, mit hoher Beihilfe und einem echten, nicht symbolischen Beitragsnachlass. Und für Menschen, die den Selbstbehalt jederzeit aus der Rücklage zahlen könnten, ohne dass es wehtut. Als Faustregel: Der Nachlass nach Steuern sollte spürbar über dem liegen, was Du in einem durchschnittlichen Jahr an eigenem Anteil zahlst. Rechne mit dem Rechner oben Deinen persönlichen Break-even aus, und plane ein schlechtes Jahr mit ein, nicht nur ein gutes.

Rechtsgrundlagen: § 193 Abs. 3 VVG (Deckelung 5.000 €, anteilig für Beihilfeberechtigte), § 204 Abs. 1 VVG (Tarifwechsel, Mehr- und Minderleistung), § 152 Abs. 1 VAG (Selbstbehaltstufen im Basistarif), §§ 48, 49 und 50 BBhV (Nachweis, Eigenbehalte, Belastungsgrenze), § 10 Abs. 1 Nr. 3 und § 33 Abs. 3 EStG, BFH-Urteile vom 1. Juni 2016 (X R 43/14), 19. Januar 2017 (VI R 75/14) und 29. November 2017 (X R 3/16). Landesbeihilfeverordnungen können abweichen. Stand: September 2026. Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung.

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