Start → Bundesland → Hessen
Beihilfe & PKV · Land Hessen

Beihilfe Hessen 2026: Beihilfesätze, Antrag und Beihilfestelle

Stand: September 2026 · Maßgeblich ist die jeweilige Beihilfeverordnung des Landes.

Hessen geht einen eigenen Weg: Anwärter und Referendare bekommen einheitlich 70 % Beihilfe. Ab der Probezeit gilt ein persönlicher Satz, der mit der Heirat und jedem Kind um 5 Prozentpunkte steigt — und der auch für Ehepartner und Kinder gilt. Im Krankenhaus gibt es 15 Prozentpunkte mehr, eine pauschale Beihilfe und eine Kostendämpfungspauschale gibt es nicht. Was das für Deinen PKV-Tarif bedeutet, ordnen wir hier ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beihilfesätze Hessen: Anwärter und Referendare einheitlich 70 % (im Krankenhaus 85 %). Ab der Probezeit: 50 % plus je 5 Prozentpunkte für den berücksichtigungsfähigen Ehepartner und jedes Kind, höchstens 70 % — also 55 % verheiratet, 60 % mit einem Kind, 65 % mit zwei Kindern. Dieser persönliche Satz gilt auch für die Rechnungen von Ehepartner und Kindern; einen eigenen Kindersatz gibt es nicht. Im Krankenhaus +15 Prozentpunkte, im Ruhestand +10.
  • Beihilfestelle: das Regierungspräsidium Kassel (RP Kassel) mit seiner Beihilfestelle; die Bearbeitung erfolgt zunehmend digital.
  • Pauschale Beihilfe: Hessen bietet sie nicht an — es gilt ausschließlich die prozentuale Beihilfe mit der hessischen Staffelung.
  • Kostendämpfungspauschale: Hessen kürzt die Beihilfe nicht um einen jährlichen Eigenanteil.
  • Wahlleistungen und Fristen: Chefarzt und Zweibettzimmer sind nur beihilfefähig, wenn Du schriftlich erklärst, dass dafür monatlich 18,90 € von Deinen Bezügen einbehalten werden — die Erklärung ist fristgebunden. Beihilfe musst Du innerhalb eines Jahres beantragen; ein Antrag ist in der Regel erst ab 250 € Rechnungssumme möglich.
  • Rechtsgrundlage ist die Hessische Beihilfenverordnung (HBeihVO). Stand: September 2026.
Der hessische Sonderweg: Hessen kennt weder den Sprung von 50 auf 70 % ab dem zweiten Kind noch einen eigenen 80-%-Satz für Kinder. Stattdessen hast Du einen persönlichen Bemessungssatz: 50 % plus je 5 Prozentpunkte für den Ehepartner und jedes Kind, höchstens 70 % — und dieser Satz gilt auch für die Rechnungen Deiner Angehörigen. Anwärter und Referendare bekommen einheitlich 70 %. Im Krankenhaus kommen 15 Prozentpunkte hinzu; eine Kostendämpfungspauschale gibt es nicht.
Die Staffelung

Wie sich Dein Satz in Hessen zusammensetzt

  • Anwärter und Referendare70 % ambulant · 85 % stationär
    70 %
    +15
  • Ab Probezeit: ledig, ohne Kind50 % ambulant · 65 % stationär
    50 %
    +15
  • Verheiratet55 % ambulant · 70 % stationär
    55 %
    +15
  • Verheiratet, ein Kind60 % ambulant · 75 % stationär
    60 %
    +15
  • Verheiratet, zwei Kinder65 % ambulant · 80 % stationär
    65 %
    +15
  • Verheiratet, ab drei Kindern70 % ambulant · 85 % stationär
    70 %
    +15
ambulanter BemessungssatzAufschlag im Krankenhaus (+15 Prozentpunkte)
Anwärter und Referendare bekommen in Hessen einheitlich 70 Prozent. Ab der Probezeit steigt der Satz in Fünf-Punkte-Schritten — mit der Heirat und mit jedem Kind, höchstens bis 70 Prozent. Im stationären Bereich kommen 15 Prozentpunkte hinzu. Der Satz gilt für die ganze Familie: Auch Kinder werden zu Deinem persönlichen Satz erstattet, nicht zu 80 Prozent. Verbindlich ist die Hessische Beihilfenverordnung in der aktuellen Fassung.

Der Bemessungssatz richtet sich in Hessen nach Deinem Status und Deiner Familiensituation.

SituationBemessungssatz (ambulant)im Krankenhaus (stationär)
Anwärter und Referendare (Beamte auf Widerruf)70 %85 %
Ab der Probezeit: ledig, ohne Kind50 %65 %
Verheiratet¹ oder alleinerziehend mit einem Kind55 %70 %
Verheiratet¹ mit einem Kind60 %75 %
Verheiratet¹ mit zwei Kindern65 %80 %
Verheiratet¹ ab drei Kindern70 %85 %
Versorgungsempfänger+10 Prozentpunkte (ledig 60 %)zusätzlich +15
Wichtig für Deinen Tarif: Als Anwärter brauchst Du nur einen Tarif für die restlichen 30 %. Mit der Probezeit sinkt Dein Satz auf 50 bis 70 % — dann kannst Du Deinen PKV-Tarif innerhalb von sechs Monaten ohne neue Gesundheitsprüfung aufstocken (§ 199 Abs. 2 VVG). Kinder brauchen in Hessen einen Tarif über 30 bis 45 % statt der sonst üblichen 20 %, weil sie zu Deinem persönlichen Satz erstattet werden.

¹ Die Erhöhung für den Ehepartner gibt es nur, wenn er nicht selbst beihilfeberechtigt und nicht pflichtversichert ist und seine Einkünfte im vorletzten Kalenderjahr den doppelten Grundfreibetrag nicht übersteigen (2026: 24.696 €). Der Beihilferechner gibt eine erste Orientierung. Verbindlich ist die Hessische Beihilfenverordnung in der aktuellen Fassung.
Beihilfestelle & keine Pauschale

Das RP Kassel — und warum es keine pauschale Beihilfe gibt

Zentral zuständig für die Festsetzung der Beihilfe ist das Regierungspräsidium Kassel (RP Kassel) mit seiner Beihilfestelle. Hessen bietet keine pauschale Beihilfe an — es bleibt bei der klassischen prozentualen Beihilfe mit der hessischen Staffelung.

  • Keine Kostendämpfungspauschale: Anders als einige Länder mindert Hessen den Erstattungsbetrag nicht durch eine jährliche Pauschale.
  • +15 Prozentpunkte stationär: Im Krankenhaus steigt Dein Satz — die Wahlleistungsabsicherung im PKV-Tarif sollte dazu passen.
  • Wahlleistungen nur mit Erklärung: Chefarzt und Zweibettzimmer zahlt die Beihilfe nur, wenn Du erklärst, dass monatlich 18,90 € von Deinen Bezügen einbehalten werden. Die Erklärung ist fristgebunden — kläre sie direkt nach der Einstellung.
  • Gesetzlich versichert? Ohne pauschale Beihilfe trägst Du den GKV-Beitrag allein — die beihilfekonforme PKV ist für gesunde Beamte meist günstiger.
Situation kostenlos prüfen lassen
70 %Beihilfe für Anwärter und Referendare — danach 50 bis 70 % je nach Familie.
+15 %Punkte zusätzlich im stationären Bereich (Krankenhaus).
keineKostendämpfungspauschale und keine pauschale Beihilfe.
ab 80 €im Monat kostet die PKV im Anwärtertarif.
Häufige Fragen

Beihilfe Hessen — kurz beantwortet

Wie hoch ist die Beihilfe in Hessen?
Anwärter und Referendare bekommen einheitlich 70 % (im Krankenhaus 85 %). Ab der Probezeit gilt ein persönlicher Bemessungssatz: 50 % plus je 5 Prozentpunkte für den berücksichtigungsfähigen Ehepartner und jedes Kind, höchstens 70 % — verheiratet mit einem Kind also 60 %. Dieser Satz gilt auch für die Rechnungen von Ehepartner und Kindern; einen eigenen Kindersatz gibt es nicht. Im Krankenhaus kommen 15 Prozentpunkte hinzu, im Ruhestand 10. Maßgeblich ist § 15 der Hessischen Beihilfenverordnung.
Gibt es in Hessen die pauschale Beihilfe?
Nein. Hessen bietet die pauschale Beihilfe nicht an — es gilt ausschließlich die klassische prozentuale Beihilfe. Für gesunde Beamte ist die Kombination aus Beihilfe und PKV daher meist die günstigere Wahl.
Was gilt in Hessen im Krankenhaus?
Für stationäre Leistungen erhöht sich Dein Bemessungssatz um 15 Prozentpunkte — ledig nach der Probezeit also 65 % statt 50 %, als Anwärter 85 %. Chefarzt und Zweibettzimmer (Wahlleistungen) sind aber nur beihilfefähig, wenn Du erklärst, dass dafür monatlich 18,90 € von Deinen Bezügen einbehalten werden. Die Erklärung ist fristgebunden — kläre sie direkt nach der Einstellung.
Wer bearbeitet in Hessen die Beihilfe?
Zentral zuständig ist das Regierungspräsidium Kassel (RP Kassel) mit seiner Beihilfestelle. Beihilfe musst Du innerhalb eines Jahres beantragen; ein Antrag ist in der Regel erst ab 250 € Rechnungssumme möglich.
Die Staffelung will verstanden sein.

Beihilfe, Staffelung, PKV — wir sortieren das für Dich.

Der kostenlose Beamten-Check ordnet Deine Situation nach hessischem Recht ein — inklusive der Frage, wie Dein PKV-Tarif zur Staffelung und zur stationären Erhöhung passen muss. Verständlich, unverbindlich, ohne Verkaufsdruck.

Kostenlosen Beamten-Check starten → Andere Bundesländer
Kostenlos zum Mitnehmen: Alle Eckdaten zur Beihilfe in Hessen — Bemessungssätze, zuständige Stelle, Antragsweg und Rechtsgrundlage — als Spickzettel auf einer Seite. Ohne Anmeldung, direkt als PDF. Spickzettel als PDF ↓

Weitere kostenlose Unterlagen für Anwärter und Referendare findest Du im Downloadbereich.

Was verdienst Du im Vorbereitungsdienst in Hessen?

Der Anwärtergrundbetrag liegt in Hessen im mittleren Dienst bei 1.561,14 € im Monat. Alle Eingangsämter, die zuständige Bezügestelle und was nach Steuer und PKV-Beitrag übrig bleibt, findest Du unter Anwärterbezüge Hessen.

Und noch ein Punkt, der Deine Bezüge betrifft: Hessen ersetzt bei der Alimentation das Alleinverdienermodell durch ein Familieneinkommensmodell. Was dahintersteckt, steht unter amtsangemessene Alimentation in Hessen.

Beratung vor Ort in Hessen

Beihilfe ist Landesrecht — die Dienstherren, Beihilfestellen und Besonderheiten unterscheiden sich aber von Stadt zu Stadt. Unsere Stadtseite für Hessen: Frankfurt. Beratung per Video oder Telefon, persönlich im Büro in Osnabrück — alle Städte in der Übersicht.