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Beamten-Lexikon

Nachversicherung: Was bei der Entlassung ohne Versorgung passiert

Wird ein Beamter ohne Versorgungsanspruch entlassen, wird er in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert — was das heißt und warum die Lücke bleibt.

Nachversicherung — das Wichtigste in Kürze

  • Scheidet ein Beamter ohne Versorgungsanspruch aus (z. B. Entlassung als Beamter auf Widerruf oder auf Probe), wird er rückwirkend in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.
  • Die Nachversicherung ersetzt kein Ruhegehalt: Sie begründet nur GRV-Anwartschaften — bei Dienstunfähigkeit in jungen Jahren meist ohne verwertbaren Anspruch.
  • Genau deshalb gehört die Dienstunfähigkeitsversicherung an den Anfang der Laufbahn, nicht ans Ende.

Stand: August 2026

Definition

Was ist die Nachversicherung?

Beamte zahlen nicht in die Rentenkasse — ihre Alterssicherung ist die Pension. Endet das Beamtenverhältnis aber, bevor ein Versorgungsanspruch entstanden ist, würde ohne Korrektur ein Loch in der Erwerbsbiografie klaffen. Die Lösung des Gesetzgebers: Der Dienstherr zahlt die Rentenbeiträge für die gesamte Dienstzeit rückwirkend in die gesetzliche Rentenversicherung ein — die Nachversicherung.

Das klingt beruhigender, als es ist: Nachversichert wird zu den GRV-Konditionen, und wer erst wenige Jahre gedient hat, sammelt entsprechend wenige Entgeltpunkte. Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente setzen zudem eigene Wartezeiten voraus.

Was das für Dich als Beamter heißt

Der kritische Fall ist die Dienstunfähigkeit in den ersten Jahren: Beamte auf Widerruf und auf Probe werden bei DU in aller Regel entlassen — ohne Ruhegehalt, nur mit Nachversicherung. Aus „sicherer Staatsdiener“ wird dann finanziell ein Berufsanfänger ohne Absicherung. Wie groß Deine persönliche Lücke wäre, zeigt der DU-Lücke-Rechner; warum die Klausel im Vertrag entscheidend ist, der Ratgeber zur echten DU-Klausel.

Häufige Fragen

Nachversicherung: kurz beantwortet

Bekomme ich durch die Nachversicherung eine Erwerbsminderungsrente?
Nicht automatisch. Die Erwerbsminderungsrente der GRV hat eigene versicherungsrechtliche Voraussetzungen (u. a. Vorversicherungszeiten) — wer nur kurze Zeit nachversichert wurde, erfüllt sie oft nicht oder erhält nur Kleinstbeträge. Verlass Dich nicht darauf.
Gilt die Nachversicherung auch beim freiwilligen Ausscheiden?
Ja — sie greift immer, wenn das Beamtenverhältnis ohne Versorgungsanspruch endet, etwa beim Wechsel in die Privatwirtschaft vor Ablauf der Wartezeit von fünf Dienstjahren. Auch dann werden die Dienstjahre in GRV-Beiträge umgerechnet.
Ab wann habe ich stattdessen Anspruch auf ein Ruhegehalt?
Nach der versorgungsrechtlichen Wartezeit von fünf Dienstjahren — und als Beamter auf Lebenszeit. Vorher gibt es bei Dienstunfähigkeit grundsätzlich nur Entlassung plus Nachversicherung; die Lücke schließt allein eine private DU-Rente.
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