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Zurechnungszeit: Der Puffer im Ruhegehalt bei früher Dienstunfähigkeit

Die Zurechnungszeit stockt bei früher Dienstunfähigkeit das Ruhegehalt auf: Zwei Drittel der Zeit bis 60 zählen mit. Rechenweg und Grenzen einfach erklärt.

Zurechnungszeit — das Wichtigste in Kürze

  • Wird ein Beamter auf Lebenszeit vorzeitig dienstunfähig, zählt die Zeit bis zum 60. Lebensjahr zu zwei Dritteln als ruhegehaltfähig mit — die Zurechnungszeit.
  • Sie stockt das Ruhegehalt junger DU-Fälle spürbar auf, ersetzt aber kein volles Einkommen — die Lücke bleibt.
  • Beamte auf Widerruf und Probe profitieren nicht: Sie werden bei DU entlassen, bevor überhaupt ein Ruhegehalt entsteht.

Stand: August 2026

Definition

Was ist die Zurechnungszeit?

Ohne Korrektiv wäre die Pension junger dienstunfähiger Beamter winzig — nach zehn Dienstjahren stünden gerade ~18 % der Bezüge. Deshalb rechnet das Versorgungsrecht bei Dienstunfähigkeit eine Zurechnungszeit hinzu: Die Spanne zwischen Eintritt der DU und dem vollendeten 60. Lebensjahr wird zu zwei Dritteln als ruhegehaltfähige Dienstzeit angerechnet.

Ein Rechenbeispiel: Wer mit 35 dienstunfähig wird, bekommt 25 Jahre × ⅔ ≈ 16,7 Jahre zugerechnet — zusammen mit den echten Dienstjahren ergibt das einen deutlich höheren Ruhegehaltssatz, als die reine Dienstzeit hergäbe.

Was das für Dich als Beamter heißt

So hilfreich die Zurechnungszeit ist — sie hat zwei Grenzen: Sie endet rechnerisch bei 60 (die Jahre bis zur Regelaltersgrenze fehlen trotzdem), und sie setzt ein bestehendes Ruhegehalt voraus — Beamte auf Widerruf und Probe gehen leer aus. Das Ruhegehalt mit Zurechnungszeit liegt zudem weit unter dem letzten Netto. Wie weit, rechnet Dir der DU-Lücke-Rechner vor — das Ergebnis ist das Preisschild für den privaten DU-Schutz.

Häufige Fragen

Zurechnungszeit: kurz beantwortet

Gilt die Zurechnungszeit auch für Anwärter?
Nein — sie greift nur, wenn überhaupt ein Ruhegehalt entsteht, also in der Regel ab dem Beamtenverhältnis auf Lebenszeit nach fünf Dienstjahren. Anwärter und Beamte auf Probe werden bei Dienstunfähigkeit entlassen und in der GRV nachversichert.
Warum endet die Zurechnung ausgerechnet bei 60?
So hat es der Gesetzgeber als Kompromiss festgelegt: Die Zeit bis 60 wird zu zwei Dritteln fingiert, die Jahre danach nicht. Wer mit 40 dienstunfähig wird, erreicht deshalb nie den Satz, den 40 echte Dienstjahre gebracht hätten — die Differenz ist ein Kernstück der DU-Lücke.
Reicht das Ruhegehalt mit Zurechnungszeit zum Leben?
Es liegt typischerweise deutlich unter dem letzten Nettoeinkommen — je nach Fall greift sogar nur die Mindestversorgung (~2.100 € brutto, Stand Mai 2026). Ob und wie viel private DU-Rente Du brauchst, sollte auf Deiner echten Zahl beruhen, nicht auf Gefühl.
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